Indy 500 2021

Der nächste Coup unseres Teamchefs?

Da war es also, das nächste Großereignis im Oval. Indy500 stand ganz groß im Terminkalender. Nach dem Sieg des legendären Daytona500 sollte nun auch im Indy500 ein Topergebnis her. Mit niemandem geringeren als GSR Kommentator Sergio Medina an Michaels Seite, sollten die Weichen zum Sieg gestellt werden. Die Vorbereitungen verliefen ganz nach Plan. Windschattenfahren, Ideallinie, die Boxeneinfahrt und natürlich die Ausfahrt wurden immer und immer wieder trainiert. Samstag, den 15.05.2021 um 19:00 Uhr war es dann soweit. Die Server waren online und man wurde in die jeweiligen Splits (Split 6 von 39) verteilt. Nach einigen Trainingsminuten zum „warm werden“ ging es in die Startaufstellung.


Green, Green, Green hallte es aus den Lautsprechern und das Feld aus 33 Fahrern setzte sich in Bewegung, mit Michael auf Startplatz 10. Doch lange währte die Grünphase nicht. Kurz nachdem Michael ins Rutschen kam und direkt nach dem Start am Ausgang von Turn 1 die Mauer leicht tuschierte, wurde durch einen anderen Zwischenfall schon die erste Gelbphase ausgerufen. Zur Kontrolle ging es in die Box, um einen eventuellen Schaden vom Mauerkontakt reparieren zu lassen. Doch das Fahrzeug war unversehrt. Schon kurz nach dem Restart folgte Gelbphase Nummer 2. Nach Abstimmung mit Sergio fuhr Michael aus taktischen Gründen wieder in die Box, um sich dann am Ende des Feldes wieder einzusortieren, Platz 22. Nach dem zweiten Restart dauerte es leider wieder nicht lange und ein weiterer Zwischenfall ließ das Feld erneut unter Gelb einbremsen. Und auch nachdem nächsten Restart hieß es sofort wieder Gelb, so dass man meinen könnte „die Schallplatte hat einen Sprung“. Während der vierten Gelbphase (Runde 20) wurde die Box angesteuert (Runde 22), um Nachzutanken und frische Reifen zu holen. Zu diesem Zeitpunkt war das Rennen schon knapp 30 Minuten alt, aber von einem Rennen konnte keine Rede sein. Ich würde gern die nächste Gelbphase nach dem Restart in Runde 24 überspringen, glaubt es mir… In Runde 28 hieß es wieder Green, Green, Green und diese Phase sollte diesmal ganze 20! Runden halten. In dieser Zeit konnte Michael vier Plätze gut machen, Platz 18. In Runde 48 war es nun schon die sechste Gelbphase, welche erneut für einen Boxenstopp genutzt wurde. Vier Runden später wurde das Rennen wieder freigegeben und Michael verlor erstmal eine Position und reihte sich als Platz 19 ins Feld. Einige Runden ließ es unser Teamchef ruhig angehen, um erstmal wieder in den Rhythmus zu finden. In der 61. Und 66. konnte jeweils ein Platz gut gemacht werden. Damit war gut ein Drittel auf dem Weg zum Glas Milch geschafft.


Leider hielt die Grünphase nicht allzu lang. In der 79. Runde wurde wieder Gelb geschwenkt. In der 81. wurde wieder ein Boxenstopp absolviert. Dabei konnten einige Plätze gut gemacht werden, so dass dann P12 auf der Anzeige stand, ehe es in der 83. wieder mit Vollgas weitergehen konnte.

In der Hoffnung, dass nun Ruhe ins Rennen kommen würde und man in seinen Rhythmus kommt, dachte sich unser Michael wohl mit einem kleinen Pendler nochmal den Puls in die Höhe treiben zu müssen. Zum Glück ist nichts passiert, aber neben Sergio war auch der Chat definitiv wieder voll mit dabei. Von da an pendelte sich das Feld so langsam ein und so ging es tatsächlich mal unter Grün in der 114. in die Box und viele andere taten es ihm gleich. So konnten wieder zwei Plätze gut gemacht werden – P10. Fünf Runden später kam, was kommen musste, mal wieder Gelb. Da Michael aber schon in der Box war und einige vor ihm jedoch nicht, rückte das Podium schon in greifbare Nähe. Als Vierter ging es dann in Runde 125 wieder los.

Die kommenden 25 Runden folgten immer wieder Zweikämpfe und nach einem Verlust um eine Position, ging es nur noch nach vorn. Als Zweiter und schon mit zwei Fingern an der legendären Milch ging es dann in Runde 146 zum nächsten Stopp und genau dann wurde die nächste Gelbphase ausgelöst, so dass kein Platz verloren ging. Leider musste Michael nach dem Restart einige Plätze hergeben und reihte sich als Fünfter ein. Die Chancen für die Milch waren da und wollten genutzt werden! Doch mit einer kleinen Unachtsamkeit oder Fehleinschätzung kann in so einem Rennen alles vorbei sein. Vorbei der Traum vom Triumph und der Milch. So passierte es in Runde 159 unserem Teamchef. Im Windschatten von Platz 4 trieb es ihn nach Turn 1 weit raus. Zu weit, denn der Kontakt mit der Mauer war nicht zu verhindern. Da die Aufhängung beschädigt wurde, drehte sich das Fahrzeug und rutsche mit dem Heck am Eingang zu Turn 2 rückwärts in die Mauer. Das Rennen um die Milch war vorbei. Nach einigen Minuten des „Abschleppens“ in die Box und Durchführung der nötigen Reparaturen, wollte Michael für sich, Sergio und auch für uns das Rennen zu Ende bringen. Doch der Wagen war nicht mehr zu 100% kontrollierbar und so wurde das Fahrzeug abgestellt, denn jemand anderem dadurch das Rennen zu verderben, ist etwas, was Michael nie tun würde.


Fast 160 Runden waren bis zum Unfall absolviert und es sah danach aus, als wäre das Team um Spotter Sergio Medina und Fahrer Michael Schaller durchaus in der Lage, das Rennen zu gewinnen. Am Ende blieb jedoch nur Platz 17. Also pure Enttäuschung? Nein, denn alle hatten trotz der vielen Gelbphasen ihren Spaß und so freuen wir uns auf das nächste Großevent im Oval. Wer wird dann der Spotter sein? Will Sergio sich nochmal beweisen? Wird es wieder Fabio (Spotter beim Daytona500 Sieg)? Wir lassen uns überraschen und freuen uns aufs nächste Mal.
Und zum Schluss… Vielen lieben Dank an Sergio für die tolle Unterstützung als Spotter im Namen des Teams und sämtlicher Viewer, die den Stream verfolgt haben! Wir hoffen, dir hat der Abend genauso gut gefallen wie uns.

Geschrieben von:
Pascal Bilski